Philosophie

Ich habe in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass Architektur und Projektmanagement dann die besten Ergebnisse erzielen, wenn sie aus einer Hand kommen. Die Wege zu Entscheidungen sind kürzer. Der Entwickler bzw. Projektmanager ist mit den Erfordernissen guter Architektur oft überfordert, so bleibt die gute Sache im Zuge von wirtschaftlichen und terminlichen Überlegungen auf der Strecke, wobei Architektur und Wirtschaftlichkeit keine Gegensätze sein müssen, im Gegenteil.

Bei der Entwicklung von Architektur, soweit es sich im Besonderen um Städtebau handelt, müssen wir versuchen, die Prinzipien der europäischen Stadt wieder neu zu begreifen. Bei der Stadtreparatur müssen wir darauf achten, die Kontinuität der Stadtentwicklung zu wahren. Stadt ist Lebensraum. Urbanität besteht aus der vielfältigen Gestaltung dieses Lebensraumes. Die Definition von Straßenräumen, Plätzen und Fassaden sind wie Bilder, die Geschichten erzählen. In diesem Fall Geschichten über vermeintlich selbstverständliche Stadtbausteine wie das Fenster, das Dach, den Eingang, die Treppe, die Fassade, den Hof, das Sockelgeschoss, den Stein, den Balkon, den Erker, die Loggia. Nur Motive, die untereinander kommunizieren, sich aufeinander beziehen, erzeugen diese einzigartige Qualität, die dem städtischen Ensemble innewohnt.

Es gibt keinen Innenraum ohne Außenraum, es gibt keine Architektur ohne Städtebau, es gibt aber auch keinen Städtebau ohne Architektur. Deshalb hat vor Allem der Baublock die Aufgabe, den Innenraum zu fassen und den Straßenraum zu definieren und ihn als zusammenhängendes Gebilde in Erscheinung zu bringen. Monofunktionalität fördert weder Urbanität, noch die Identifikation der Bewohner mit ihrer Stadt. Insofern müssen wir auf eine gute Durchmischung von Nutzer und Nutzungen achten. In einer sich immer schneller wandelnden Welt, wird der Ort immer wichtiger als Ort der Identifikation, als Ort an dem man sich wiederfindet und zuhause fühlen kann.

Ich befasse mich seit vielen Jahren in verschiedenen Bereichen mit der Entwicklung von nachhaltiger Architektur und bin seit 2008 Mitglied der DGNB.